Analysensiebe

Für zuverlässige, reproduzierbare Ergebnisse im Rahmen einer Qualitätssicherung ist der Einsatz von Sieben unerlässlich, die der Norm ISO 3310 bzw. ASTM E11 entsprechen. Darin sind die technischen Anforderungen und Prüfungen für Analysensiebe festgelegt. Werden Laborgeräte nebst Zubehör zur Qualitätssicherung im Rahmen der ISO 9000 ff eingesetzt, müssen sowohl die Siebmaschinen als auch die Analysensiebe sowie die beteiligten Waagen einer Prüfmittelüberwachung unterzogen werden. Die Norm ISO 3310 schreibt für Analysensiebe vor, welche Toleranzen bei den Drahtdurchmessern (d) des gewebten Siebgeflechts und bei den Nennweiten (w) der Maschen maximal erlaubt sind.

Für jede Maschenweite w ist ein Wert y definiert, der angibt, um welchen Betrag die mittlere, reale Maschenweite von der Nennmaschenweite abweichen darf. Verdeutlicht wird dies am Beispiel eines 63 µm Siebes. Der Y-Wert für ein Sieb mit Nennmaschenweite 63 µm liegt bei ± 3,7 µm. Das heißt, der Mittelwert der geprüften Siebmaschen muss zwischen 59,3 µm und 66,7 µm liegen. Warum die Kenntnis der realen Maschenweiten für die Siebanalytik in der Praxis wichtig ist, zeigt sich anhand des Beispiels in Wenn die Maschenweiten bei 63 µm liegen, sind 40 % der Probenmenge kleiner als 63 µm. Liegen die mittleren Maschenweiten allerdings am Rand des Toleranzbereichs bei 66,7 µm, sind 44 % der Partikel kleiner 66,7 µm. Hätte der Anwender jedoch keine Kenntnis dieser realen Maschenweite, würde er annehmen, dass sich der durch die Siebung ermittelte Wert von 44 % auf 63 µm bezieht

Neben den von der Norm festgelegten Anforderungen weisen die Siebe von RETSCH weitere entscheidende Vorteile auf:

Die besondere Bauweise von RETSCH-Sieben mit einteiligem Edelstahl-Siebrahmen „aus einem Guss“ bietet hohe Formstabilität und Zuverlässigkeit beim Sieben. Das Siebgewebe wird unter Berücksichtigung gewebespezifischer Parameter präzise in den Rahmen eingefügt. In einem einzigartigen, nur bei RETSCH-Sieben möglichen Umformprozess wird das Gewebe anschließend gespannt – zuverlässig und langzeitstabil. Das gesamte Sieb ist zudem aus korrosionsbeständigen, hochlegierten Edelstählen gefertigt und ermöglicht somit den Einsatz in allen Bereichen der Laboranalytik, auch in der Pharma-, Biomedizin- und Lebensmittelanalytik. Jedes einzelne RETSCH-Sieb durchläuft eine lückenlose optische Inspektion, die die Normkonformität garantiert. Die Siebdaten (nominelle Maschenweite, Seriennummer, Hersteller, zugrunde liegende Norm, Abmessungen) sind mittels Laser direkt auf den Siebrahmen graviert und weder manipulier- noch ablösbar.

AS 200 basic / AS 200 digit / AS 200 control / AS 300 control / AS 450 basic / AS 450 control

Die 3D-Siebbewegung bei den Wurfsiebmaschinen wird durch das Feder-Masse-System der Geräte erzeugt, welches mittels eines elektromagnetischen Antriebs erregt wird. Alle genannten Siebmaschinen (ausgenommen das Modell AS 450 basic) können sowohl für Trocken- als auch für Nasssiebungen eingesetzt werden. Für die Auswahl eines Gerätes sind vor allem die verwendbaren Siebdurchmesser und die aufzugebenden Siebgutmenge (Beladung) zu berücksichtigen.









AS 200 control / AS 300 control / AS 450 control

Alle Parameter wie Amplitude, Sieb- und Intervallzeit sind digital vorwähl- und speicherbar. Die Geräte sind zusätzlich mit einer seriellen Schnittstelle zur direkten Ansteuerung mit dem RETSCH-Auswerteprogramm EasySieve® ausgestattet. Bei diesen Geräten wird das Feder-Masse-System im Bereich der Eigenfrequenz erregt, d.h. die Siebfrequenz ist netzfrequenzunabhängig. Die mikroprozessor-gesteuerte Mess- Regeleinheit garantiert konstante Siebbewegungen und somit absolut reproduzierbare Siebergebnisse. Um auch bei Kurzzeitsiebungen die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse sicherzustellen, kann bei den Siebmaschinen von der Vorgabe der Amplitude A auf die Siebbodenbeschleunigung g’ umgeschaltet werden. In diesem Fall spricht man von einer beschleunigungsgleichen Siebung. Dadurch, dass die RETSCHSiebmaschinen mit Eigenfrequenz angeregt werden, sind sie von der Netzfrequenz des Stromnetzes unabhängig. Die Eigenfrequenz einer Siebmaschine wird jedoch durch Faktoren wie z. B. die Beladung (Gewicht des Siebturms) beeinflusst. Bei höherer Beladung nimmt die Eigenfrequenz ab. Ist nun die Amplitude durch Einstellung an der Siebmaschine vorgegeben, verändert sich der K-Wert . Um diesen konstant zu halten, d. h. eine optimale Wurfbewegung zu garantieren, kann die Siebbodenbeschleunigung g’ voreingestellt werden. Hierbei wird bei höherer Beladung durch eine höhere Amplitude die niedrigere Eigenfrequenz ausgeglichen. D.h. die Beschleunigung des Siebbodens ist immer gleich und den Partikeln wird immer die gleiche Energie zugeführt.

AS 200 Jet

Bei der Luftstrahlsiebmaschine (Luftstrahlsieb) AS 200 jet wird das Sieb selbst nicht bewegt. Die Siebgutbewegung wird durch einen rotierenden Luftstrahl erzielt: Ein angeschlossener Industriestaubsauger erzeugt einen Unterdruck in der Siebkammer und saugt Umgebungsluft durch eine rotierende Schlitzdüse an. Der so erzeugte Luftstrom tritt mit hoher Geschwindigkeit aus der rotierenden Schlitzdüse aus und bläst von unten durch das Siebgewebe das aufliegende Sieb gut hoch. Oberhalb desGewebes verteilt sich der Luftstrahl über die gesamte Sieboberfläche und wird mit niedriger Geschwindigkeit durch das Siebgewebe abgezogen. Das Feingut wird dabei durch die Maschen transportiert und mit einem Staubsauger abgesaugt. Optional kann das Feingut in einem Zyklon aufgefangen werde


AS 200 Tap

Bei der Klopfsiebmaschine AS 200 tap wird eine horizontale Kreisbewegung über einen Exzenter übertragen. Gleichzeitig werden vertikale Klopfimpulse durch einem Klopfarm erzeugt. Da diese beiden Werte fest vorgegeben sind, kann lediglich die Siebzeit digital eingestellt werden.





AS 400 control

Bei der Plansiebmaschine AS 400 control wird eine horizontale Kreisbewegung über einen Exzenter übertragen. Drehzahl, Siebzeit und Intervallzeit (Umkehr der Drehrichtung) sind wie bei den Wurfsiebmaschinen digital vorwählund speicherbar. Es lassen sich Siebdurchmesser bis 400 mm einsetzen, so dass auch grobe Schüttgüter, wie sie beispielsweise in der Baustoffindustrie üblich sind, analysiert werden können.